TCM & Johanniskraut: Wirkung und Einsatz in der Traditionellen Chinesischen Medizin

Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist in Europa eine seit Jahrhunderten geschätzte Heilpflanze, vor allem bekannt für ihre stimmungsaufhellende Wirkung bei leichten Depressionen und nervöser Unruhe. Doch welche Rolle spielt Johanniskraut in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)?

Hinweis: Bei diesem Beitrag handelt es sich nicht um eine fachmedizinische Beratung. Wir können Ihnen keine Heilversprechen vermitteln. Bitte konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen Ihren Arzt!


Johanniskraut in der westlichen Heilkunde

In der westlichen Phytotherapie wird Johanniskraut hauptsächlich eingesetzt:

  • bei leichten bis mittleren depressiven Verstimmungen
  • bei nervöser Unruhe und Angst
  • zur Unterstützung des Schlafs
  • bei leichten Entzündungen der Haut (äußerlich als Öl)

Es wirkt stimmungsaufhellend, beruhigend, entzündungshemmend und wundheilend.


Johanniskraut aus Sicht der TCM

In der klassischen TCM ist Johanniskraut als Pflanze in China nicht heimisch, daher spielt es in den traditionellen Rezepturen keine zentrale Rolle. Trotzdem lässt sich seine Wirkung nach den Prinzipien der TCM gut einordnen:

  • Geschmack & Temperatur: leicht bitter, leicht warm
  • Wirkrichtung: bewegt Qi (Lebensenergie), beruhigt den Shen (Geist), klärt Hitze

Aus Sicht der TCM unterstützt Johanniskraut also bei Zuständen wie:
stagnierendes Leber-Qi (typisch bei Stress, Reizbarkeit, innerer Unruhe)
Herz- und Leber-Hitze, die den Shen stören (Schlafstörungen, Unruhe, Stimmungsschwankungen)
depressive Verstimmungen, die durch Blockaden von Qi und Blut verursacht werden

In modernen TCM-Praxen wird Johanniskraut manchmal ergänzend zu klassischen chinesischen Kräutern eingesetzt, um den Geist zu beruhigen und den Energiefluss zu harmonisieren.


Vorsicht & Hinweise

  • Johanniskraut kann die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen – starke Sonne vermeiden.
  • Es kann Wechselwirkungen mit Medikamenten haben (z.B. mit Antidepressiva, Blutverdünnern, Antibabypille).
  • Vor der Einnahme immer mit Arzt oder Heilpraktiker abklären, vor allem bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme.

Fazit

Obwohl Johanniskraut kein klassisches TCM-Kraut ist, passt es sehr gut ins Denken der TCM: Es harmonisiert die Leber, beruhigt den Geist und hilft, Blockaden zu lösen. In einer integrativen Behandlung kann es westliche und östliche Ansätze wunderbar verbinden – immer individuell dosiert und unter fachkundiger Begleitung.


Wenn Sie möchten, kann ich Ihnen auch eine beispielhafte TCM-Kombination mit Johanniskraut oder einen kurzen Ratgebertext mit Einnahmetipps formulieren. Geben Sie Bescheid!