Pflegepersonal Statistik Tabelle: Beschäftigte in der Pflege, Vollzeit-/Teilzeit-Quote & Fachkräftelücke 2026

Wie viele Menschen arbeiten in Deutschland in der Pflege? Wie hoch ist der Anteil der Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten? Und wie groß ist die Fachkräftelücke im Jahr 2026?

Der Pflegearbeitsmarkt steht vor einer besonderen Herausforderung: Die Zahl der Beschäftigten ist in den vergangenen Jahren weiter gestiegen, gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach qualifiziertem Pflegepersonal hoch. Hinzu kommt, dass ein großer Teil der Beschäftigten in Teilzeit arbeitet.

Für die Betrachtung im Jahr 2026 müssen unterschiedliche Datenquellen berücksichtigt werden. Die aktuellste vollständige Pflegestatistik des Statistischen Bundesamtes bezieht sich auf den 15. Dezember 2023. Die Bundesagentur für Arbeit hat dagegen bereits Daten zur Arbeitsmarktsituation in Pflegeberufen für das Jahr 2025 veröffentlicht.

Pflegepersonal in Deutschland: Aktuelle Statistik

Nach der Pflegestatistik 2023 waren in deutschen Pflegeheimen 817.711 Personen beschäftigt. Davon arbeiteten 240.963 Personen in Vollzeit.

In ambulanten Pflegediensten waren 2023 insgesamt 446.425 Beschäftigte tätig. Davon waren 126.251 vollzeitbeschäftigt.

Bereich Beschäftigte 2023 Vollzeitbeschäftigte Vollzeitanteil
Pflegeheime 817.711 240.963 ca. 29,5 %
Ambulante Pflegedienste 446.425 126.251 ca. 28,3 %
Zusammen 1.264.136 367.214 ca. 29,0 %

Die Prozentwerte sind aus den von Destatis veröffentlichten Beschäftigtenzahlen berechnet. Die Statistik umfasst das gesamte Personal der Einrichtungen und nicht ausschließlich examinierte Pflegefachkräfte.

Entwicklung des Pflegepersonals seit 2009

Die Zahl der Beschäftigten ist sowohl in Pflegeheimen als auch in ambulanten Pflegediensten langfristig deutlich gestiegen.

Jahr Pflegeheime Ambulante Pflegedienste Zusammen
2009 621.392 268.891 890.283
2011 661.179 290.714 951.893
2013 685.447 320.077 1.005.524
2015 730.145 355.613 1.085.758
2017 764.648 390.322 1.154.970
2019 796.489 421.550 1.218.039
2021 814.042 442.860 1.256.902
2023 817.711 446.425 1.264.136

Quelle: Statistisches Bundesamt, Personal in Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten. Stichtag ist jeweils der 15. Dezember; ab 2019 werden bei den ambulanten Diensten auch ambulante Betreuungsdienste berücksichtigt.

Zwischen 2009 und 2023 ist die Zahl der Beschäftigten in diesen beiden Versorgungsbereichen damit um rund 374.000 Personen gestiegen.

Vollzeit und Teilzeit in der Pflege

Die Destatis-Pflegestatistik zeigt, dass nur knapp 30 % des gesamten Personals in Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten vollzeitbeschäftigt waren. Das bedeutet allerdings nicht, dass 70 % exakt „Teilzeitpflegekräfte“ sind: Die Personalstatistik umfasst unterschiedliche Tätigkeiten und Beschäftigungsformen.

Für die spezifischen Pflegeberufe liefert die Bundesagentur für Arbeit aktuellere Arbeitsmarktdaten. Danach arbeitet knapp die Hälfte der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Pflegekräfte in Teilzeit. Damit liegt der Teilzeitanteil in den Pflegeberufen über dem Durchschnitt aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Kennzahl Pflegeberufe
Teilzeitanteil knapp 50 %
Vollzeitanteil etwas mehr als 50 %
Anteil Frauen rund 81 %
Anteil Männer rund 19 %

Die BA weist darauf hin, dass die hohe Teilzeitquote nicht allein durch den hohen Frauenanteil erklärt werden kann. Auch bei männlichen Pflegekräften arbeitet nahezu jeder Dritte in Teilzeit.

Rund 1,8 Millionen Pflegekräfte im Jahr 2025

Für die Arbeitsmarktbetrachtung ist die Statistik der Bundesagentur für Arbeit besonders relevant. Danach waren 2025 rund 1,8 Millionen Pflegekräfte sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Beschäftigung in den Pflegeberufen um etwa 2 %.

Diese Zahl ist nicht unmittelbar mit den 1,264 Millionen Beschäftigten aus der Pflegestatistik 2023 vergleichbar. Die beiden Statistiken verwenden unterschiedliche Abgrenzungen und erfassen unterschiedliche Bereiche des Pflegearbeitsmarktes.

Die BA betrachtet für ihre Arbeitsmarktanalyse gebündelt Tätigkeiten unter anderem in der Gesundheits- und Krankenpflege, Fachkrankenpflege und Altenpflege. Destatis erfasst dagegen das Personal von Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten.

Pflegepersonal Statistik: Beschäftigungsentwicklung

Die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in Pflegeberufen zeigt trotz der demografischen Herausforderungen einen anhaltenden Zuwachs.

Kennzahl Wert
Sozialversicherungspflichtig beschäftigte Pflegekräfte 2025 rund 1,8 Mio.
Wachstum gegenüber 2024 rund 2 %
Teilzeitanteil knapp 50 %
Frauenanteil rund 81 %
Ausländische Staatsangehörigkeit rund 20 %
Arbeitslose Pflegekräfte 2025 rund 60.000
Gemeldete Stellen 2025 rund 31.000

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, „Arbeitsmarktsituation in Pflegeberufen“, Mai 2026.

Ausländische Beschäftigte gewinnen an Bedeutung

Ein wesentlicher Bestandteil des Beschäftigungswachstums in der Pflege sind inzwischen Beschäftigte mit ausländischer Staatsangehörigkeit.

Die BA berichtet, dass der Anteil der Pflegekräfte mit ausländischer Staatsangehörigkeit 2025 auf 20 % gestiegen ist. Seit 2022 wurde das Beschäftigungswachstum in der Pflege nach Angaben der BA ausschließlich von ausländischen Beschäftigten getragen.

Auch die jüngste Mitteilung der Bundesagentur für Arbeit unterstreicht diese Entwicklung: Zwischen Juni 2024 und Juni 2025 sank die Zahl der Beschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern um rund 5.000, während die Zahl der Beschäftigten mit ausländischer Staatsangehörigkeit um etwa 46.000 zunahm.

Damit hat internationale Fachkräftegewinnung für den deutschen Pflegearbeitsmarkt eine zunehmende Bedeutung.

Fachkräftemangel in der Pflege 2026

Die Bundesagentur für Arbeit bewertet Pflegeberufe weiterhin als Engpassbereich. In der Fachkräfteengpassanalyse 2025 wurden Pflegeberufe erneut als Berufe mit erheblichen Fachkräfteengpässen ausgewiesen. Insgesamt identifizierte die BA für 2025 157 Engpassberufe.

Für Pflegeberufe weist der Arbeitsmarktmonitor für 2025 unter anderem folgende Kennzahlen aus:

Indikator Pflegeberufe 2025
Gemeldete Stellen 16.266
Arbeitsuchende 21.636
Arbeitsuchende-Stellen-Relation 1,3
Vakanzzeit 85 Tage
Berufsspezifische Arbeitslosenquote 1,1 %

Diese Werte beziehen sich auf das von der BA definierte Aggregat „Pflegeberufe“ und sind deshalb nicht mit sämtlichen Beschäftigten der Pflege gleichzusetzen.

Warum lässt sich die Fachkräftelücke nicht exakt beziffern?

Der Begriff „Fachkräftelücke“ wird häufig verwendet, obwohl sich aus Arbeitslosen- und Stellenzahlen keine exakte Zahl fehlender Pflegekräfte berechnen lässt.

Die Bundesagentur für Arbeit weist ausdrücklich darauf hin, dass eine Quantifizierung der Fachkräftelücke anhand der Arbeitslosen-Stellen-Relation nicht möglich ist. Gründe dafür sind unter anderem, dass nicht jede offene Stelle bei der Bundesagentur gemeldet wird und dass es weitere potenzielle Arbeitskräfte gibt, die nicht als arbeitslos registriert sind. Dazu zählen beispielsweise Beschäftigte mit Wechselabsicht oder Personen in Ausbildung und Umschulung.

Eine seriöse Pflegepersonal-Tabelle sollte deshalb zwischen folgenden Begriffen unterscheiden:

  • Beschäftigte: Personen, die tatsächlich in Pflegeberufen arbeiten.
  • Gemeldete Stellen: Der bei der Bundesagentur für Arbeit registrierte Teil der offenen Stellen.
  • Arbeitslose: Bei der Arbeitsagentur registrierte Personen, die eine Beschäftigung suchen.
  • Engpassberuf: Eine auf mehreren Arbeitsmarktindikatoren beruhende Bewertung der BA.
  • Fachkräftelücke: Eine weitergehende Modellgröße, die nicht einfach aus Stellen minus Arbeitslosen berechnet werden kann.

Pflegefachkräfte besonders knapp

Besonders deutlich ist der Engpass bei qualifizierten Pflegefachkräften. Nach Angaben der BA kamen 2025 auf 100 gemeldete Stellen für examinierte Pflegefachkräfte rechnerisch nur 57 arbeitslose Pflegefachkräfte.

In absoluten Zahlen standen rund 19.800 gemeldeten Stellen etwa 11.200 Arbeitslose gegenüber.

Bei Pflegehilfskräften ohne entsprechende Pflegeausbildung zeigte sich dagegen ein umgekehrtes Bild. Hier gab es deutlich mehr Arbeitslose als gemeldete Stellen. Das verdeutlicht, dass der Arbeitskräftemangel nicht alle Qualifikationsgruppen gleichermaßen betrifft.

Die Qualifikation ist daher ein entscheidender Faktor für die Bewertung des Pflegearbeitsmarktes.

Gemeldete Stellen und Arbeitslose im Pflegebereich

Die BA meldete für 2025 rund 31.000 Stellenangebote für Pflegekräfte im Jahresdurchschnitt. Gleichzeitig waren etwa 60.000 Pflegekräfte arbeitslos gemeldet. Auf den ersten Blick scheint dies nicht zu einem Fachkräftemangel zu passen.

Die Ursache liegt unter anderem in der unterschiedlichen Qualifikation. Rund 96 % der gemeldeten Stellen richteten sich an qualifiziertes Pflegepersonal beziehungsweise Pflegeassistenzkräfte. Ein großer Teil der Arbeitslosen suchte dagegen eine Helfertätigkeit ohne entsprechende Pflegeausbildung.

Die Zahlen zeigen daher, dass nicht nur die reine Anzahl der Arbeitskräfte entscheidend ist. Auch Ausbildung, Berufserfahrung, regionale Verfügbarkeit und konkrete Anforderungen der Arbeitgeber spielen eine Rolle.

Ausbildung als wichtiger Faktor

Um dem zukünftigen Personalbedarf zu begegnen, spielt die Ausbildung neuer Pflegefachkräfte eine zentrale Rolle.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit haben im Ausbildungsjahr 2024/25 mehr als 59.000 Personen eine Berufsausbildung als Pflegefachmann oder Pflegefachfrau begonnen. Damit wurde ein neuer Höchststand erreicht.

Darüber hinaus förderte die Bundesagentur für Arbeit 2025 rund 30.000 berufliche Weiterbildungen in Pflegeberufen. Darunter waren etwa 8.000 Personen, die eine Umschulung zur Pflegefachkraft einschließlich Pflegeassistenz begonnen haben.

Demografischer Wandel verschärft die Herausforderung

Der Personalbedarf in der Pflege steht in engem Zusammenhang mit der demografischen Entwicklung.

Die Zahl älterer Menschen steigt, und mit zunehmendem Alter nimmt auch das Risiko der Pflegebedürftigkeit zu. Gleichzeitig scheiden in den kommenden Jahren viele Beschäftigte der geburtenstarken Jahrgänge aus dem Erwerbsleben aus.

Damit müssen zwei Entwicklungen gleichzeitig bewältigt werden:

  1. Die Zahl der Menschen mit Pflegebedarf steigt.
  2. Ein erheblicher Teil der heutigen Beschäftigten erreicht das Rentenalter.

Die Bundesagentur für Arbeit bezeichnet den demografischen Wandel deshalb als langfristig wichtigen Faktor für die Fachkräftesicherung. Internationale Beschäftigte gewinnen in diesem Zusammenhang zunehmend an Bedeutung.

Pflegepersonal 2026: Die wichtigsten Zahlen

Für einen schnellen Überblick lassen sich die zentralen Kennzahlen zusammenfassen:

Kennzahl Aktueller Wert
Beschäftigte in Pflegeheimen 2023 817.711
Beschäftigte in ambulanten Pflegediensten 2023 446.425
Zusammen in diesen Einrichtungen 1.264.136
Vollzeit in Pflegeheimen 2023 240.963
Vollzeit in ambulanten Diensten 2023 126.251
Vollzeitanteil des gesamten Einrichtungspersonals rund 29 %
Sozialversicherungspflichtige Pflegekräfte 2025 rund 1,8 Mio.
Teilzeitanteil in Pflegeberufen knapp 50 %
Frauenanteil in Pflegeberufen rund 81 %
Ausländische Staatsangehörigkeit rund 20 %
Arbeitslose Pflegekräfte 2025 rund 60.000
Gemeldete Stellen 2025 rund 31.000
Fachkräfteengpass weiterhin festgestellt

Die unterschiedlichen Zahlen sind aufgrund der verschiedenen statistischen Abgrenzungen nicht direkt miteinander verrechenbar.

Was bedeutet die Fachkräftelücke für die Pflege?

Die Personalsituation lässt sich nicht auf eine einzelne Zahl reduzieren. Einerseits ist die Zahl der Beschäftigten in den vergangenen Jahren gestiegen. Andererseits bestehen weiterhin Engpässe bei qualifizierten Pflegefachkräften.

Hinzu kommt die hohe Teilzeitquote. Teilzeitbeschäftigung ist grundsätzlich kein Zeichen für einen Mangel. Sie bedeutet aber, dass die Zahl der Beschäftigten nicht unmittelbar mit der Zahl der verfügbaren Vollzeitarbeitskräfte gleichgesetzt werden kann.

Für die zukünftige Personalplanung sind daher unter anderem folgende Faktoren relevant:

  • Anzahl der Pflegebedürftigen,
  • Zahl der Pflegefachkräfte,
  • Zahl der Pflegeassistenzkräfte,
  • Arbeitszeitumfang,
  • Altersstruktur der Beschäftigten,
  • Ausbildungszahlen,
  • Zuwanderung,
  • Berufsausstieg und Renteneintritte,
  • regionale Unterschiede,
  • Arbeitsbedingungen und Verweildauer im Beruf.

Fazit

Die Pflegepersonalstatistik 2026 zeigt ein differenziertes Bild. Die Zahl der Beschäftigten in Pflegeberufen ist weiter gewachsen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren 2025 rund 1,8 Millionen Pflegekräfte sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Gleichzeitig arbeitet knapp die Hälfte der Pflegekräfte in Teilzeit.

Die amtliche Pflegestatistik 2023 weist für Pflegeheime und ambulante Pflegedienste zusammen mehr als 1,26 Millionen Beschäftigte aus. Rund 29 % des dort erfassten Personals waren vollzeitbeschäftigt. Diese Zahl ist wegen der unterschiedlichen statistischen Abgrenzung nicht direkt mit den 1,8 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten der BA vergleichbar.

Beim Fachkräftebedarf zeigt sich insbesondere bei examinierten Pflegefachkräften ein anhaltender Engpass. Die BA bestätigt diesen Engpass auch in ihrer Fachkräfteengpassanalyse 2025. Eine konkrete Zahl wie „X fehlende Pflegekräfte“ lässt sich daraus jedoch nicht seriös ableiten, weil offene Stellen nicht vollständig gemeldet werden und Angebot und Nachfrage nach Qualifikation unterschiedlich verteilt sind.

Für 2026 bleibt damit vor allem die Kombination aus steigendem Pflegebedarf, hoher Teilzeitquote, demografischem Wandel und anhaltendem Fachkräfteengpass eine zentrale Herausforderung. Gleichzeitig zeigen die steigenden Ausbildungszahlen und die zunehmende Beschäftigung ausländischer Pflegekräfte, dass sich das verfügbare Personalangebot ebenfalls verändert.

Quellen und weiterführende Informationen