Statistik Grippewelle Deutschland 2026: Fallzahlen, Verlauf und aktuelle Entwicklungen

Die Grippewelle gehört in Deutschland zu den wiederkehrenden Herausforderungen für das Gesundheitssystem. Besonders in den Wintermonaten steigt die Zahl der Atemwegsinfektionen deutlich an. Neben Erkältungsviren und dem Coronavirus spielen dabei Influenzaviren eine wichtige Rolle. Doch wie entwickelt sich die Grippewelle in Deutschland im Jahr 2026? Wie viele Menschen erkranken, welche Altersgruppen sind besonders betroffen und wie lassen sich die aktuellen Zahlen richtig einordnen?

In diesem Beitrag betrachten wir die wichtigsten Statistiken zur Grippewelle 2026, erklären die Unterschiede zwischen gemeldeten Influenzafällen und der tatsächlichen Zahl der Erkrankungen und zeigen, welche offiziellen Datenquellen für eine verlässliche Einschätzung geeignet sind.

Wichtiger Hinweis zur Datenlage: Das Jahr 2026 umfasst die letzten Wochen der Grippesaison 2025/2026 sowie den Beginn der neuen Saison 2026/2027. Da sich die Influenzazahlen wöchentlich verändern und die neue Wintersaison im Oktober noch am Anfang stehen kann, müssen abgeschlossene Saisonwerte und aktuelle Meldedaten getrennt betrachtet werden. Eine endgültige Jahresstatistik für 2026 liegt zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor.

1. Grippewelle 2026 in Deutschland: Die wichtigsten Kennzahlen

Für die Beurteilung der Grippewelle werden mehrere Kennzahlen herangezogen. Sie messen unterschiedliche Aspekte des Infektionsgeschehens und sollten deshalb nicht miteinander verwechselt werden.

Kennzahl Was sie aussagt
Labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle Zahl der nachgewiesenen und gemeldeten Infektionen
Geschätzte Erkrankungszahlen Näherung an die tatsächliche Zahl der Erkrankten, einschließlich nicht getesteter Personen
Positivenrate Anteil der untersuchten Proben, in denen Influenzaviren nachgewiesen werden
Hospitalisierungen Zahl beziehungsweise Anteil der wegen einer Grippe behandelten Krankenhauspatienten
Todesfälle Erfasste oder statistisch geschätzte Todesfälle im Zusammenhang mit Influenza
ARE-Aktivität Ausmaß akuter Atemwegserkrankungen insgesamt, einschließlich anderer Erreger

Die wichtigste Anlaufstelle für aktuelle Zahlen ist die Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert Koch-Instituts (RKI). Dort werden regelmäßig Daten aus Arztpraxen, Laboren und weiteren Überwachungssystemen veröffentlicht.

Quelle: Robert Koch-Institut – Arbeitsgemeinschaft Influenza

2. Aktuelle Grippe-Statistik 2026: Wie viele Menschen sind betroffen?

Ein Blick auf die Daten des RKI zeigt, dass Atemwegsinfektionen auch außerhalb der klassischen Grippesaison verbreitet sind. Im Sommer ist die Influenza-Aktivität normalerweise niedrig, während sie im Herbst und Winter wieder zunehmen kann.

Für die 37. Kalenderwoche 2026 (7. bis 13. September) schätzte das RKI die Zahl der Menschen mit neu aufgetretenen akuten Atemwegserkrankungen auf rund 5,0 Millionen pro Woche. Das entspricht etwa 6.000 Erkrankungen je 100.000 Einwohner. Dabei handelte es sich um Atemwegserkrankungen insgesamt, nicht ausschließlich um Grippefälle. Die Influenza-Aktivität lag zu diesem Zeitpunkt noch auf einem sehr niedrigen Niveau.

Für den Herbst liegen inzwischen weitere Berichte vor. Laut dem RKI-Wochenbericht zur 40. Kalenderwoche, die den Zeitraum vom 28. September bis zum 4. Oktober 2026 umfasst, befand sich die Aktivität von Influenza, SARS-CoV-2 und RSV weiterhin auf niedrigem Niveau. Bei Influenza und SARS-CoV-2 zeigte sich jedoch ein allmählicher Anstieg.

Die Daten zeigen, weshalb es wichtig ist, zwischen der Gesamtzahl der Atemwegsinfektionen und den bestätigten Grippefällen zu unterscheiden.

Quelle für die laufende Entwicklung: RKI – Aktueller Wochenbericht zur Atemwegssituation

3. Grippesaison 2025/2026: Wie verlief die Grippewelle?

Die Grippesaison 2025/2026 begann in Deutschland bereits im Spätherbst 2025. In der 48. Kalenderwoche 2025 wurden 2.370 laborbestätigte Influenzafälle gemeldet. In der darauffolgenden Woche stieg die Zahl auf 5.209 Fälle. Diese Zahlen zeigen, wie schnell sich die Zahl der bestätigten Infektionen innerhalb kurzer Zeit erhöhen kann.

Die Meldedaten bilden allerdings nur einen Teil des tatsächlichen Infektionsgeschehens ab. Viele Menschen mit Grippesymptomen lassen sich nicht auf Influenza testen. Andere Erkrankte suchen keine Arztpraxis auf. Die wirkliche Zahl der Infektionen kann daher deutlich höher liegen als die Zahl der laborbestätigten Meldungen.

Für einen aussagekräftigen Vergleich sind deshalb nicht nur die absoluten Fallzahlen wichtig. Auch die Positivenrate, die Zahl der Arztbesuche wegen Atemwegsbeschwerden und die Entwicklung der Krankenhausaufnahmen sollten berücksichtigt werden.

Die vollständigen Wochenberichte früherer und aktueller Saisons sind auf der Website der Arbeitsgemeinschaft Influenza verfügbar: RKI – Wochenberichte der Arbeitsgemeinschaft Influenza.

4. Statistik: Grippefälle nach Altersgruppen

Nicht alle Altersgruppen sind gleichermaßen von Influenza betroffen. Kinder und Jugendliche können sich aufgrund ihrer Kontakte in Schulen und Betreuungseinrichtungen häufig anstecken. Ältere Menschen und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen haben dagegen ein höheres Risiko für schwere Krankheitsverläufe.

Die Altersverteilung lässt sich anhand der Meldedaten des RKI untersuchen. Dabei sollte zwischen der Häufigkeit der Infektionen und dem Risiko schwerer Komplikationen unterschieden werden.

Altersgruppe Typische Besonderheiten
Säuglinge und Kleinkinder Erhöhtes Risiko für Komplikationen, insbesondere bei sehr jungen Kindern
Schulkinder und Jugendliche Viele Kontakte und dadurch zahlreiche Gelegenheiten zur Ansteckung
Erwachsene Übertragung im Beruf, im öffentlichen Verkehr und im familiären Umfeld
Menschen ab 60 Jahren Höheres Risiko für schwere Verläufe und Komplikationen
Menschen mit chronischen Erkrankungen Je nach Erkrankung erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf

Die Tabelle beschreibt allgemeine Risikogruppen und ist keine Rangliste der tatsächlich gemeldeten Fälle des Jahres 2026. Für konkrete Zahlen nach Alter empfiehlt sich die Auswertung der RKI-Meldedaten.

Eine geeignete Datenquelle ist die Nationale Lenkungsgruppe Impfen (NaLI) – Influenza-Fallzahlen. Dort finden sich unter anderem Darstellungen der laborbestätigten Meldungen pro 100.000 Einwohner nach Altersgruppen.

5. Wie viele Menschen sterben jährlich an Grippe?

Influenza ist nicht nur eine saisonale Atemwegserkrankung, sondern kann insbesondere bei älteren Menschen und Personen mit Vorerkrankungen lebensbedrohlich werden. Zu den möglichen Komplikationen gehören Lungenentzündungen und die Verschlechterung bestehender Herz- oder Lungenerkrankungen.

Bei den Todesfallzahlen ist eine wichtige Unterscheidung erforderlich: Es gibt Todesfälle, bei denen Influenza im Labor nachgewiesen wurde, und statistische Schätzungen der gesamten influenzaassoziierten Sterblichkeit. Letztere berücksichtigen auch Todesfälle, bei denen die Grippe nicht ausdrücklich als Todesursache dokumentiert wurde.

Deshalb kann die geschätzte Zahl der Grippetoten deutlich von der Zahl der offiziell gemeldeten Influenzatodesfälle abweichen. Außerdem lassen sich die endgültigen Werte für das gesamte Kalenderjahr 2026 erst nach Abschluss und Auswertung des jeweiligen Zeitraums zuverlässig beurteilen.

Für belastbare Angaben zu Sterblichkeit und Krankheitslast sind die Veröffentlichungen des Robert Koch-Instituts und die wissenschaftlichen Auswertungen zur saisonalen Influenza die wichtigsten Anlaufstellen.

6. Wie lange dauert eine Grippewelle in Deutschland?

Eine saisonale Grippewelle dauert häufig mehrere Wochen. Der genaue Beginn und das Ende unterscheiden sich jedoch von Jahr zu Jahr. In Deutschland nimmt die Influenza-Aktivität oft im Winter zu und erreicht ihren Höhepunkt zwischen Januar und März. Ein früherer Beginn ist ebenso möglich.

Für die Bewertung einer Grippewelle verwendet das RKI verschiedene Überwachungssysteme. Dazu gehören:

  • GrippeWeb: Schätzungen zur Häufigkeit akuter Atemwegserkrankungen in der Bevölkerung.

  • Arztpraxis-Sentinel: Daten von Arztpraxen zu Atemwegserkrankungen und untersuchten Proben.

  • Labormeldungen: Nachweise von Influenzaviren, die nach den geltenden Meldevorschriften übermittelt werden.

  • Krankenhausüberwachung: Informationen über schwere Atemwegsinfektionen und stationäre Behandlungen.

Eine steigende Zahl bestätigter Influenzafälle allein bedeutet noch nicht, dass eine ausgeprägte Grippewelle begonnen hat. Erst die gemeinsame Betrachtung verschiedener Indikatoren ermöglicht eine zuverlässigere Einschätzung.

Weitere Informationen bietet das RKI-GrippeWeb.

7. Grippe oder Erkältung: Was sagen die Zahlen aus?

Die Statistik der Grippewelle lässt sich nur richtig verstehen, wenn Influenza von anderen Atemwegsinfektionen abgegrenzt wird. Eine gewöhnliche Erkältung wird häufig durch Rhinoviren verursacht. Auch Coronaviren und das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) können Atemwegserkrankungen auslösen.

Typische Merkmale einer Influenza sind ein oft plötzlicher Krankheitsbeginn, Fieber, ausgeprägte Abgeschlagenheit sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Eine Erkältung entwickelt sich häufig allmählicher und ist oft durch Schnupfen und Halsschmerzen geprägt. Die Symptome können sich allerdings überschneiden.

Merkmal Influenza Erkältung
Krankheitsbeginn Häufig plötzlich Oft schrittweise
Fieber Häufig, aber nicht immer Eher seltener oder niedriger
Kopf- und Gliederschmerzen Können ausgeprägt sein Meist milder
Abgeschlagenheit Teilweise stark Meist leichter
Erreger Influenzaviren Verschiedene andere Viren

Die Tabelle dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine medizinische Diagnose. Ob eine Influenza vorliegt, kann bei Bedarf durch einen geeigneten Test geklärt werden.

8. Wie lässt sich das Risiko einer Grippeerkrankung reduzieren?

Die Grippeschutzimpfung ist eine wichtige Maßnahme, um das Risiko einer Influenza und insbesondere schwerer Krankheitsverläufe zu reduzieren. Da sich Influenzaviren verändern, wird der Impfstoff regelmäßig an die erwarteten Virusvarianten angepasst.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die saisonale Grippeimpfung insbesondere für bestimmte Risikogruppen. Dazu gehören unter anderem Menschen ab 60 Jahren, Schwangere, Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen sowie Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen. Auch Menschen mit erhöhtem beruflichem Ansteckungsrisiko können zur Impfung empfohlen sein.

Weitere Schutzmaßnahmen sind regelmäßiges Händewaschen, gute Innenraumlüftung und das Vermeiden enger Kontakte zu anderen Menschen bei akuten Krankheitssymptomen. Bei erhöhtem Risiko oder schweren Beschwerden ist eine ärztliche Beratung sinnvoll.

Weiterführende Informationen:

9. Fazit: Was zeigt die Statistik zur Grippewelle Deutschland 2026?

Die verfügbaren Daten zeigen, dass die Grippesaison 2025/2026 bereits im Herbst 2025 begonnen hatte. Im Herbst 2026 liegt die Aktivität von Influenzaviren nach den verfügbaren RKI-Berichten zunächst auf niedrigem Niveau, zeigt jedoch wieder einen allmählichen Anstieg.

Für die Beurteilung der Grippewelle ist entscheidend, nicht sämtliche Atemwegserkrankungen mit Influenza gleichzusetzen. Die geschätzte Zahl der Menschen mit Atemwegsinfektionen ist wesentlich höher als die Zahl der bestätigten Grippefälle, weil viele unterschiedliche Viren ähnliche Beschwerden verursachen.

Eine aussagekräftige Statistik für das Gesamtjahr 2026 wird erst nach Abschluss des Jahres möglich sein. Wer aktuelle Entwicklungen verfolgen möchte, sollte deshalb regelmäßig die RKI-Wochenberichte und die laborbestätigten Influenzameldungen prüfen.

Die wichtigsten Quellen im Überblick:

Diese Quellen ermöglichen es, den Verlauf der Grippewelle in Deutschland auch über die kommenden Monate hinweg anhand offizieller Daten zu verfolgen.